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Rezension Jonathan Nott – Debussy & Schönberg: Pelléas et Mélisande

Der doppelte Pelléas

Debussy und Schönberg haben sich beide mit dem Stoff von Pelléas und Mélisande auseinandergesetzt. Jonathan Nott stellt die Werke einander unmittelbar gegenüber.

vonChristian Lahneck,

Der Dirigent als Arrangeur. Jonathan Nott hat etwas Naheliegendes gewagt und dennoch in gewisser Weise Neuland betreten: Er hat Debussys Oper „Pelléas et Mélisande“ für Orchester eingerichtet und eine Art von dreiviertelstündigem Best-of erstellt. Gleichzeitig paart er Debussy mit der drei Jahre später entstandenen Sinfonischen Dichtung „Pelleas und Melisande“ von Arnold Schönberg. Nun kann man beide Werke, einander unmittelbar gegenübergestellt, vergleichend hören. Nott führt das Orchestre de la Suisse Romande zu einem keineswegs einseitig fein-sinnlichen Spiel, sondern deutet Debussys Musik vor allem als „Drame en musique“. Die Vielfalt der Zwischentöne, das Zarte, Schwebende, das Dunkle und der todesnahe Zauber kommen in dieser Aufnahme plastisch zur Geltung. Auch bei Schönberg hört man die Vitalität dieser Musik, ihre suggestive Kraft. Ein rundum lohnendes Album.

Jonathan Nott
Jonathan Nott

Debussy: Pelléas et Mélisande (instrumental arrangiert) & Schönberg: Pelleas und Melisande

Orchestre de la Suisse Romande, Jonathan Nott (Leitung)
Pentatone

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